FRANKEN UND BAYRISCHER WALD 2003
Pläne und Realitäten

Das neue Motorrad wollte eingefahren werden !!

Dazu gab es von Karin und Dino exakt zwei Pläne: entweder wieder mal ins Elsass und in die Vogesen (einmal im Jahr müssen wir dorthin), oder irgendwo in die Alpen nach Österreich.....es wurde dann aber doch ein neuer (dritter) Plan :-)) Leider waren nämlich sowohl für Ostfrankreich, als auch für Vorarlberg und Tirol Schlechtwetterfronten im Anmarsch, nicht aber für den Osten unserer Republik. Und nachdem wir gute Bekannte in Weiden in der Oberpfalz haben, war unser Entschluss rasch gereift: eine große Runde über die Alb, Bayrischer Wald, Frankenland, Hohenloher Ebene, mußte es sein.




die halbe Mannschaft ist an Bord :-))

Die Fahrt nach Bad Gögging

Los ging es am Freitag, den 25. Juli, so gegen 16 Uhr aus Ludwigsburg in Richtung Regensburg. Kurz vor Regensburg, in Bad Gögging hatten wir im Antonius-Haus ein Zimmer reserviert. Das Wetter war klasse, das Dickschiff schnell mit den Koffern versehen, die Crew war guter Laune.

Die ersten Kilometer waren dann auch recht vergnüglich: über Backnang - Murrhardt - Gaildorf - Hüttlingen - Bopfingen - Nördlingen ging es durch den Rems-Murr-Kreis, die Schwäbische Alb bzw. Ostalb in Richtung Donauwörth. Dort wollten wir dann die Donau entlang Richtung Regensburg weiterfahren. Die Alb, ob Schwäbisch oder Ost, braucht man ja nicht extra näher zu beschreiben, für Motorradfahrer ist sie allemal ein Erlebnis. Nachdem wir zügig unser Ziel erreichen wollten, sind wir dann auch hauptsächlich über gut ausgebaute Bundesstraßen gefahren. Das war zwar für die Motorradfahrerseele nicht sehr erbaulich, aber es brachte uns in Riesenschritten unserem Ziel näher.

Zwischen Donauwörth und Neuburg a.d. Donau fanden wir einige kurvenreiche und sehr schön gelegene Bezirksstraßen in Richtung Ingolstadt. Und von dort ging es über Neustadt a.d. Donau bis Bad Gögging.

Die Unterkunft im Antonius-Haus war wirklich okay und preiswert, das Lokal und das Haus werden von einem jugoslawischen (?? - keine Ahnung, ob Slowene, Kroate, Serbe ??) Paar geführt, das Essen im bekannt qualitativem und quantitativem Umfang.





Die Donau rund um Regensburg Hier der Blick von der Walhalla. Die war uns weder von der Architektur, noch von der Verehrung der "großen Deutschen" zugänglich. Einzig die Büste von Sophie Scholl hat in uns Respekt vor ihrer Lebensleistung erweckt, mit irgendwelchen Größen vergangener Jahrhunderte verbindet uns allerdings eher wenig.

Regensburg und der Bayrische Wald

Am nächsten Tag ging es dann aus Bad Gögging weiter, zuerst nach Regensburg. Eine wunderbare Stadt, mit Sicherheit äusserst lebenswert. Man atmet Geschichte, man fühlt sich speziell in der Altstadt wohl und geborgen, die Fußgängerzone ist ein Paradies für Einkäufer, Kaffeehausbesucher, Bewunderer von Architekturen vergangener Jahrhunderte.




Rechts ein Schnappschuss aus der Wurstküche an der Donau. Leckere Bratwürste mit Sauerkraut. Ein Pflichtbesuch für jeden, der nach Regensburg kommt  




Der Regensburger Dom Keine Ahnung, ob die Scheiben tatsächlich aus dem Mittelalter sind, beeindruckend sind sie allemal, wenn das Sonnenlicht durch sie scheint.

Bayrischer Wald

Weiter ging es über Donaustauf, Wörth a.d. Donau nach Straubing. Dort gönnten wir uns eine Tasse Kaffee am großen Marktplatz. Abends schien dort ein Fest stattzufinden, jedenfalls waren die Bühnenarbeiter am Aufbau und wir konnten die Proben der Musiker "genießen". Das bedeutet, wir konnten kein Wort miteinander wechseln, die Phonanzahl war ähnlich der von landenden Flugzeugen in unmittelbarer Nähe. Nach 15 Minuten ergriffen wir die Flucht....Schade, Straubing ist sicherlich einen längeren Besuch wert.






Und dann Richtung Bogen, Furth, Cham, Neukirchen Hl. Blut, Kötzting und immer wieder Viechtach kreuz und quer durch den Bayrischen Wald. Und wenn wir "immer wieder Viechtach" sagen, dann ist das durchaus wörtlich zu nehmen. Aus irgendwelchen Gründen sind wir immer wieder dort gelandet. Eigentlich wollten wir nach Oberviechtach. In der naiven Annahme, daß das ja wohl in der Nähe von Viechtach sein müsste, sind wir jedesmal falsch abgebogen....Nach ungefähr 500 km Tagestour haben wir (wieder mal in Viechtach :-) beschlossen, so schnell wie möglich Richtung Weiden in der Oberpfalz zu düsen, wo unsere Bekannten schon auf uns warteten. Also ging es auf die Bundesstraße 22 und von dort im höchstmöglichen Tempo (noch durfte der Motor ja die 4000 Umdrehungen nicht überschreiten) direkt zum Zielort.

Leider hat uns im Bayrischen Wald unsere Kamera verlassen :-( Die Batterien waren leer....also Leute, sorry: keine Fotos lieferbar. Erst am nächsten Tag haben wir an einer Tankstelle neue Batterien gekauft, sodaß wenigstens ab diesem Zeitpunkt das Fotografieren wieder möglich war.



Fränkische Schweiz

Sonntag morgen. Frühstück beendet, Kraft getankt, weiter ging es Richtung Frankenland zurück nach Stuttgart.

Über Pressath, Auerbach, Pegnitz ging es rein in die Fränkische Schweiz. Eine wunderbare Landschaft. Hat uns sehr ans Donautal bei Sigmaringen erinnert, war jedenfalls einer der absoluten Höhepunkte auf unserer Reise.




Die Fränkische Schweiz 


Bamberg

Zu guter letzt vor dem Eintauchen in Baden-Württemberg bogen wir noch nach Bamberg ab. Wieder mal ein wesentliches Stück deutscher Geschichte ansehen und einatmen. Auch das, wie Regensburg, eine architektonisch wunderbare Stadt. Leider regnete es dort ziemlich heftig, sodass die Besichtigung eher zu kurz kam.






Wir waren schon ziemlich geschafft und hatten noch ungefähr 250 km vor uns. Also haben wir Bamberg nach dem Ende des Regens ziemlich schnell wieder verlassen und sind auf dem schnellsten Wege über Herzogenaurach - Bad Windsheim - Rothenburg o.d. Tauber - Taubertal (wunderschön für Motorradfahrer !!) - Bad Künzelsau - Schwäbisch Hall nach Stuttgart zurück gekehrt. Ab Schwäbisch Hall dann in der Regenkombi, aber was solls: die letzten 50 km einer großen Runde durch Süddeutschland durfte das Dickschiff auch noch seine Regentauglichkeit unter Beweis stellen und sich völlig eindrecken :-)

Insgesamt sind wir an diesem Wochenende 1150 km gefahren, das Dickschiff war reif für den ersten Kundendienst, wir waren reif für eine ausgiebige Dusche und einen ruhigen Sonntagabend.

Fazit: Das war bisher die Tour, die uns am wenigsten gefallen hat. Speziell die Gegend zwischen Neuburg a.d. Donau und Straubing ist eher deprimierend: absolut flache Landschaft, die Straßen zum größten Teil nur autogerecht (breit und gerade). Gut waren der Bayrische Wald, die Fränkische Schweiz, das Taubertal....insgesamt trotzdem kein Vergleich zu den bisherigen Touren. Das nächste mal gehts wieder ab in die Berge oder nach Frankreich. Oder endlich mal den Rhein entlang Richtung Köln und Düsseldorf.




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