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September 2003. Die fast schon traditionelle Tour durch das Elsass und die Vogesen war wieder mal fällig. Wir können mittlerweile schon (fast) behaupten, jeden Kilometer auf der Fahrt zu kennen. Die übliche Anreiseroute über den Schwarzwald (Freudenstadt, Steinach, Lahr, usw.) wollten wir aber diesmal nicht wählen, sondern mal den Weg über die Nordvogesen erkunden. Dort waren wir noch nie und wir haben von anderen Tourern schon des öfteren gehört, daß die Nordvogesen sehr waldreich und sehr einsam sind, mit pittoresken Dörfern und endlosen leicht kurvigen Straßen. Also eigentlich wie gemacht für uns.
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Eine der vielen Burgruinen im Pfälzer Wald
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An einem Freitag mittag ging es aus Ludwigsburg los in Richtung Karlsruhe, Wörth, Kandel bis Bad Bergzabern. Diese Strecke ist für Motorradfahrer völlig zum Vergessen. Das sind alles ausschließlich autogerechte (d.h. kerzengerade und vielspurige) Straßen, Freitag nachmittag war noch dazu (was ja auch völlig normal ist) jede Menge Wochenendverkehr. Aber was soll's: in Erwartung von schöneren Gegenden gaben wir Gas und versuchten, diesen Teil Deutschlands schnellstmöglich hinter uns zu lassen.
Ab Bad Bergzabern dann endlich das Tourerfeeling: wir tauchten ein in den Pfälzer Wald in Richtung der Nordvogesen. Jede Menge Schlösser und Burgen (Chateau de Wasigenstein, Chateau de Lutzelhart, Chateau de Windstein, Chateau de Hohenbourg), beeindruckende Felsformationen, tatsächlich einsame Straßen (man erschrickt fast, wenn mal ein Auto oder ein anderer Motorradfahrer entgegenkommen), satte grüne Wälder, es war eine große Belohnung für uns nach dem Stress auf der Fahrt zum Pfälzer Wald.
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Und weiter ging es in die Nordvogesen. Über Dambach, Philippsbourg, Reippertswiller, Wingen sur Moder ging es auf den la petit Pierre, eine kleine Erhebung, absolut einsam gelegen, mit romantischen und kurvenreichen Straßen. Dann über Grautthal und den Col de Saverne nach Saverne und von dort gleich weiter auf den Rocher de Dabo, ein 650 m hoher Berg, oder besser gesagt ein Felsblock, mit einer Kirche und einem atemberaubenden Rundblick auf die waldreiche Umgebung:
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Der Rocher de Dabo
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Mittlerweile war es Abend geworden und wir suchten ein Quartier, am besten mit Restaurant und Hotelbetrieb. Wir fuhren wieder zurück in Richtung Lutzelbourg und Saverne und tatsächlich: nach jeder Menge geschlossener Hotels war an einer kleinen Straßenkreuzung ein gemütliches und hell erleuchtetes Hotel mit Restaurant zu sehen. Der Parkplatz war voll belegt, das Restaurant gut besucht, ein Zeichen, daß wir auf Qualität gestoßen waren. Der Eigentümer sprach perfektes Deutsch. Aber leider, so bedauerte er, war kein Zimmer mehr frei. Er empfahl uns das Hotel "Notre Dame" bei Phalsbourg, ungefähr 10 km entfernt. Dort angekommen, machte das Hotel von außen gar keinen schlechten Eindruck, auch der Empfangsbereich war noch okay. Der Rest: ein Fiasko....das Zimmer völlig runter gewohnt, das Bad, das WC, alles in einem Zustand, der den Preis niemals gerechtfertigte: 60 Euro ohne Frühstück !! Naja, nächste Chance: das Restaurant. Karin bestellte nach langem Suchen einen Tomatensalat mit Mozarella, ich ein Rindersteak mit Salat. Dazu einen offenen Rotwein. Der Tomatensalat mit Mozarella war völlig lieblos auf den Teller geklatscht, mein Rindersteak war zäh und völlig überbraten, meine Salatblätter wurden roh (d.h. ohne Dressing) auf einen Salatteller serviert, nach zweimaligen Nachfragen bekam ich dann Essig und Öl serviert. Der Rotwein war okay. Der Preis für das frugale Menü allerdings nicht: 40 Euro.
Am nächsten Morgen flüchteten wir nach Bezahlung der 100 Euro ohne Frühstück nach Phalsbourg, kauften uns 2 frische Croissants und beschlossen, nach Möglichkeit in Zukunft immer auf deutscher Seite zu übernachten, dort ist es allemal preiswerter, sauberer und schmackhafter.
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Über die Qualitäten der Südvogesen für Motorradfahrer brauchen wir Euch ja nicht nochmals vorzuschwärmen, das steht alles detailliert in unserem Bericht aus dem Jahr 2002. Es war jedenfalls wieder ganz wunderbar und unser "Stützpunkt" am Col de la Schlucht wieder gut von Bikern besucht.
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Der Col de la Schlucht - Treffpunkt der Südvogesen
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Anstelle von Bildern der beeindruckenden Landschaften wollen wir Euch diesmal ein paar Eindrücke der Architektur des Elsass zeigen, es macht richtig Spaß, in den großteils engen Gassen spazieren zu laufen und an allen Ecken und Enden auf irgendeiner Terrasse Kaffee zu trinken.
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Die Häuser haben wir auf der Fahrt auf der Route de Vin in den Städten Ribeauville, Cernay und Thann fotografiert, der Dom ist (bekannterweise) in Munster.
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Wie vorgenommen, war es uns am Ende des langen Tages lieber, nochmals 100 km über Colmar Richtung Emmendingen zu fahren, um uns dort eine Unterkunft für die Nacht zu suchen. Die Fahrt war dann auch prompt erledigt, die Fahrt über die Rheinbrücke wieder beeindruckend und dann begann die Suche. Wir fuhren Richtung Freiamt, dort spontan links, rechts, geradeaus.
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Und dann standen wir plötzlich mitten zwischen Wiesen und Wäldern am Gasthof "Hintere Höfe". Die freundlichen Gastleute hatten ein Zimmer für uns, der Gastraum strahlte Gemütlichkeit aus, unser Motorrad bekam den Platz in der Garage. Wir duschten und setzten uns hungrig und durstig an den Tisch. Was dann kam war reichlichste Belohnung für das kulinarische Fiasko aus den Nordvogesen: Ein Cordon bleu und ein mit Pilzen und Käse überbackenes Schweinefilet, das nicht oft genug gelobt werden kann, allerbeste volkstümliche Küche, nichts Überdrehtes, hervorragendes Essen zum fairen Preis. Ihr könnt Euch jederzeit den Gasthof im Internet anschauen (nebenbei sind die Gastleute auch mit Freude zu Gange und haben für Motorradfahrer immer ein offenes Ohr): Hier ist der Link dazu
Am nächsten Morgen, nach bestem Schlaf und hervorragendem Frühstücksbuffet ging es dann weiter, kreuz und quer durch den Südschwarzwald, immer abseits der Hauptstraßen:
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Am Ende des Tages, geschafft von mittlerweile runden 1000 km an dem Wochenende ging es zurück nach Ludwigsburg.
Fazit: Wie immer ein perfektes Wochenende für die Motorradfahrerseele. Und diesmal noch mit Lerneffekt: In Zukunft wird in den Vogesen nur mehr bei McDonalds gegessen und eine billige Pension gesucht. Die Hotels sind (soweit uns bisher bekannt) völlig überteuert bei miserabler Qualität. Besser ist es, jeweils auf der deutschen Seite zu nächtigen und zu essen.
Mittlerweile haben wir allerdings schon einige freundliche eMails von Hotels und Restaurants aus den Vogesen bekommen, die uns vom Gegenteil unserer Aussagen überzeugen möchten. Und nachdem wir ja gerne bereit zur Versöhnung sind, werden wir bei Bedarf diese Gelegenheit auch nutzen.
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