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Juni 2007. Die Wetterkundler hatten uns nur eine Richtung offen gelassen: im Süden und Westen gewittrige Stimmung, im Norden und Osten Trockenheit. Also entfielen die beiden Ziele Schweizer Alpen und (mal wieder) Vogesen und Elsass. Ein Blick auf die Deutschlandkarte zeigte uns zwei weiße Flecken in unserer Motorradreisevita: Odenwald und Spessart, hochgelobte Ziele in diversen Motorradlinks des WWW.
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Los ging es am Freitag morgens von Leonberg in Richtung Eppingen und Schweigern quer durch das Zabergäu und dann über Kirchardt über kleine Nebenstraßen nach Schönbrunn und von dort zum ersten Halt nach Hirschhorn am Neckar (siehe Foto), ein sehr schönes mittelalterliches Städtchen mit prächtiger Burg.
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Wir sind ja schon sehr oft entlang der A5 oder A67 an Mannheim vorbei nach Norden gefahren. Und jedesmal, wenn wir nach links Richtung Mannheim guckten, wagten wir es kaum, mal einzuatmen, weil alle Unternehmen, die in der Chemie oder der Abfallverwertung Rang + Namen haben, dort am Rhein mit dicken und rauchenden Schlöten ihren Arbeiten nachgehen. Rechts geguckt sahen wir in einigen Kilometern Entfernung hingegen immer eine hügelige und waldreiche Landschaft mit lieblichen Dörfern. Und unisono dann die Meinung: DORT müssen wir mal mit dem Motorrad hin. Es war, richtig geraten, der Odenwald...
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Odenwald und Spessart - Fachwerk ohne Ende
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Für den Rest des Tages fuhren wir kreuz und quer durch den Odenwald. Natürlich immer entlang der kleinen Bezirks- oder Kreisstraßen. Heiligkreuzsteinach, Wald-Michelbach, Affolterbach, Tothenberg, Hesselbach, Limbach, Mudau, Amorbach und das wunderschöne Miltenberg am Main waren nur einige der ausgewählten Orte.
Insgesamt sicherlich mehr als eine Tagestour wert. Und für uns, aus Leonberg kommend, rasch erreichbar und für einen gepflegten Sonntagsausflug schon im Notizbuch vermerkt.
Eine sehr waldreiche Gegend, kurvige gut gepflegte Straßen, wenig Autoverkehr auf den Nebenstraßen, jede Menge netter Gasthöfe und in den meisten Kleinstädten eine wunderbare alte Innenstadt, in der der Cafe besonders gut schmeckte.
Um im "perfekten Dinner" zu sprechen: Da vergeben wir lieb gemeinte 9 Punkte :-)) Der 10te Punkt fehlt nur, weil wir als alte Serpentinenliebhaber dort natürlich nicht ganz auf unsere Kosten gekommen sind.
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Es wurde später Nachmittag und es war Zeit, die Augen und Ohren zu öffnen, wo wir unseren Hunger und Durst stillen, bzw. unsere erlesenen Häupter zum Schlafe betten konnten. Also düsten wir von Miltenberg noch in Richtung Naturpark Bayerischer Spessart, dort auch im Kreise rund um den Main rum und landeten in einen Kuhdorf namens Nassig zwischen Freudenberg und Wertheim.
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2 Altertümer auf EINEM Bild: Dino und Fachwerk :-))
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Dort fanden wir das Gasthaus "Zum Roß", mit gutbürgerlicher Küche, einem äußerst netten Wirtspaar und einer Garage für das Motorrad. 48 Euro für das Doppelzimmer mit einem supergroßem Frühstücksteller voll Wurst und Käse sind wahrlich ein guter Preis.
Das Essen, bedingt durch die hauseigene Schlachtung, entsprechend lecker....ein Tipp für Euch, solltet ihr dort mal nächtigen wollen.
Nach dem Frühstück dann die paar Kilometer hoch zum Main und dann mit der Fähre bei Stadtprozelten übergesetzt.
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Die Überfahrt über den Main war eine neue Erfahrung für uns. Rechts die Henneburg bei Stadtprozelten auf der nördlichen Seite des Mains - dort ist übrigens auch die schönere Straße zum Motorradfahren.
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In Faulbach fanden wir dann eine kleine Straße, die uns über Breitenbrunn, Altenbuch, Rohrbrunn mitten ins Herz des Spessart führte....wir landeten wieder am Main in Rothenfels mit seiner Burg und seinen wunderschönen Fachwerkhäusern. Nachfolgend ein Beispiel eines Hauses (natürlich unter Denkmalschutz) von 1641:
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Von Rothenfels aus ging es entlang des Mains nach Lohr und von dort hinein in den Hessischen Spessart mit malerischen Dörfern, wie Burgsinn, Ruppertshütten, Rengersbrunn, Oberndorf, usw. Alle maximal 500-Seelen-Niederlassungen, urtypisch ländlich, ein wunderschönes Stück Deutschland.
Auch hier die Straßen wie im Odenwald kurvig, auch hier viele Wälder, aber bereits deutlich mehr Felder und offene Landschaften. Dafür aber deutlich mehr urige Häuser und Wirtschaften.
Und auch hier vergeben wir die lieb gemeinten 9 Punkte :-))
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Über Bad Brückenau und Bad Kissingen ging es Richtung Osten in den Naturpark Haßberge. Die Landschaft wurde immer flacher und offener, der Wald beschränkte sich auf wenige Bauminseln, anbei ein typisches Beispiel als Foto.
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Bad Kissingen war übrigens ein sehr netter Ort. Karin hat dort vor vielen Jahren mal 1,5 Jahre gearbeitet und sich an jedem Haus erfreut, das sie wieder erkannt hat :-) Der Marktplatz ist sehr schön, nachfolgend das Bild einer Gaststätte, das Haus hat was...
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Gasthaus am Marktplatz von Bad Kissingen
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Die Dörfer entlang der kleinen Straßen, ob Rannungen, Poppenlauer, Seubrigshausen, Wettringen, Kerbfeld, um nur einige zu nennen, durch die wir kamen, waren geprägt vom bäuerlichen Leben, dominant in jedem dieser Dörfer der Geruch des Misthaufens und die Gefahr, die freilaufenden Hühner zu überfahren....sehr idyllisch !!!
Aber leider auch mit einem Nachteil behaftet: es gab nirgendwo Gaststätten, die auch Zimmer anzubieten hatten. Eigentlich wollten wir in Höhe Bad Windsheim nochmals nächtigen und dann am Sonntag noch Weikersheim, Creglingen, Ellwangen, Dinkelsbühl heimsuchen.
Also düsten wir im Steiberwald und im Naturpark Frankenhöhe kreuz und quer "über die Dörfer" und suchten ein Plätzchen für die Nacht. In die "großen" Städtchen Uffenheim, Bad Windsheim oder gar Rothenburg o.d. Tauber wollten wir definitiv nicht. Erstens wollten wir keine typischen Touristenpreise zahlen und zweitens lieben wir die urigen Gasthöfe abseits der Hauptstraßen.
Achja, wir waren sehr verwundert, dass wir so nahe an Frankfurt waren :-))
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Na jedenfalls kamen wir südlicher und südlicher in Richtung Heimat, irgendwann lohnte es sich nicht mehr, nochmals 100 Euro für Schlafen und Speis + Trank auszugeben.
Dazu kam noch der heilige Unmut, weil die wenigen Gasthöfe mit Fremdenzimmern auch noch über die Feiertage geschlossen waren oder Ruhetag hatten.
Langer Rede, kurzer Sinn: In Crailsheim alle hochheiligen Vorsätze, niemals auf Autobahnen zu fahren, zur Seite geschoben, und 120 km in knapp 1 Stunde bis Leonberg gedüst und abends zuhause ein Becherchen Wein genossen.
Fazit: Odenwald und Spessart: gerne wieder.....Die oben beschriebenen Naturparks Haßberge, Steigerwald und Frankenhöhe waren eher nichts für uns. Die Landschaft zu offen und zu flach, zu wenig optische Anreize.
Zum Abschluss noch drei Aufnahmen von unserem Wochenendtripp: Ein Fachwerkbau aus Miltenberg am Main, die Fähre bei Dorfprozelten und die Fußgängerzone In Miltenberg am Main.
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