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Eigentlich war der Start der Reise am 3.6.2010 bei strahlendem Sonnenschein geplant. Und eigentlich war der Verlauf der Reise als Rundfahrt über Vorarlberg, Tirol, Südtirol, Kärnten, Salzburg, Bayern geplant.
Dann schlug aber wieder mal der Wettergott zu: Am 3.6. Dauerregen in Baden-Württemberg, der laut Wetterdienst in Richtung Osten (also genau in unsere Reiserichtung) wanderte. Vom Westen aber schob sich eine Schönwetterfront so langsam über Westdeutschland und die Schweiz. Damit war die Lösung des Problems vorgezeichnet:
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Um nicht zuviel Zeit zu verlieren, fassten wir einen unangenehmen Entschluss: rein in die Regenklamotten und mittags runter Richtung Vorarlberg über Stuttgart – Merklingen – Blaubeuren – Ehingen – Ravensburg – Lindau – Bregenz – Feldkirch – Röns. Bis Bregenz im teilweise strömenden Regen, bedingt durch den Feiertag gottseidank ohne LKWs oder massiven Autoverkehr auf den breiten Bundesstraßen, die wir normalerweise meiden.
In Röns haben wir wieder den Löwen angesteuert. Dort haben wir schon vor ein paar Jahren übernachtet und es war genial wie damals: superleckeres Essen, ein sehr schönes und ruhiges Zimmer, absolut freundliche Wirtsleute. Eine prächtige Entschädigung nach dem 250-km-Husarenritt durch Regenschauer und Windböen.
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Beim Aufwachen am Freitag gleich der Blick aus dem Fenster, was denn da so hell war: die Sonne bei strahlend blauem Himmel!! Der Wettergott hatte sein Versprechen wahr gemacht und den Sommer aus den Kulissen hervor gezogen….die Regengarnitur war getrocknet, wurde von uns im Koffer verstaut und für den Rest des Wochenendes nicht mehr gesehen. Nach einem herzhaften Frühstück ging es dann endlich los. Achja, den Berg auf diesem Foto findet Ihr nochmals auf diesen Motoradausflugsseiten, allerdings völlig in Woken gehüllt.....
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Es folgte ein lockeres Einrollen durch Liechtenstein und dann die ersten Kilometer durch die Schweiz bis Landquart, dort links ab über Klosters und Davos auf unseren ersten Pass dieser Reise, den Flüelapass. Weiter in Richtung St. Moritz und danach wieder ein kurzes Stück zurück und über den Albulapass Richtung Tiefencastel.
Fazit: Verglichen zu den wunderschönen Landschaften, die uns ab Chur in Richtung Westen erwarteten, kann man sich die Millionärsdörfer eigentlich sparen. Okay, es ist ganz witzig und auch teilweise beeindruckend, welche sündteuren Hoteltempel dort hochgezogen wurden, welch protzige PS-Schlitten davor geparkt sind und welche Top-Label dort ihre Geschäfte in den Hauptstraßen haben. Aber unser eigentlicher Sinn nach attraktiven Straßen und Landschaften wurde erst danach befriedigt.
Nachfolgend drei Fotos vom Flüelapass, bzw. von St. Moritz mit seinem See, bzw. seinen für uns Normalsterbliche viel zu teuren Hotels:
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Ein außergewöhnliches Erlebnis war die folgende Übernachtung nahe Disentis/Muster:
Wir waren ja darauf eingestellt, dass die Schweiz im Vergleich zu Deutschland und Österreich leider sehr teuer ist und deshalb (und auch weil es schon ziemlich spät war) sehr erfreut, dass wir einen Gasthof fanden, der ein Doppelzimmer inkl. Frühstück für 90 Franken anbot. Unser erster Eindruck war dann aber ziemlich desillusionierend: die Zimmer waren eher Hasenställe, die Dusche und das WC indisch (d.h. jenseits des Ganges). Das Abendessen auch eher einfach (aber auf einer schönen Terrasse), das Frühstück stand im Kühlschrank, weil die Betreiber (zwei junge Männer) wahrscheinlich noch tief schliefen. Nachträglich betrachtet finden wir die Unterkunft allerdings amüsant: das hatte etwas hippiehaftes aus den frühen 70ern. Für junge Leute sicher ein super attraktives Angebot mit dem richtigen Ambiente, für uns alte Säcke vordergründig zu unbequem, aber mittlerweile freuen wir uns, dass wir nach langer Zeit auch mal wieder in diese Welt eintauchen durften. Also durchaus keine negative Bewertung…
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Am Samstag begann dann der allerschönste Tag unserer Reise. Wir sind ja aus Österreich und Südtirol ganz wunderbare Berge, Pässe, Seen und Aussichten gewohnt, aber irgendwie und uns nicht näher erklärlich toppt die Schweiz das noch um ein kleines Stück. Sei es, weil dort alles so sauber ist (oder wirkt), sei es, weil dort über viele Kilometer und nicht unterbrochen durch industrialisierte Gegenden, sich eine pittoreske Märchenlandschaft auftut. Heidi und Alm-Öhi an jeder Ecke, egal, wohin man blickt…
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Dabei mussten wir an diesem Tag ziemlich radikal unsere Runde verkürzen. Wir hatten die Zentralschweiz mit ihren vielen kleinen Straßen und Pässen total unterschätzt, aber immerhin, unsere Runde führte uns über Oberalppass, Andermatt, kurz den Göschenen hinauf und wieder runter, St. Gotthard, Nufenenpass, Grimselpass in Richtung Meiringen und zum Brienzer See.
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Geplant war eigentlich zumindestens die Fahrt bis Interlaken und dort dann rein entlang der Lutschine nach Wengen bzw. Grindelwald. Sozusagen als „Anzahlung“ für unsere nächste Schweiz-Runde, in der wir dann ausschließlich die Zentralschweiz erkunden wollen.
Aber mittlerweile war es 15 Uhr geworden und wir wollten eigentlich noch in den Südschwarzwald und dort traditionell bei unseren Reisen in den Süden die letzte Übernachtung einplanen, bei allermeistens erschwinglichen Preisen für Essen + Nächtigung.
Also den Lenker nördlich gehalten und über den Brünigpass Richtung Rudenz und über eine perfekte kleine Straße entlang von Wiesen und Wäldern nach Sörenberg, Flühli, Schüpfheim in Richtung Wolhusen.
Dort dann eine todlangweilige Straße über Olten und Aarau, aber danach wieder entlang einer wunderschönen kleine Bezirksstraße nach Kienberg und weiter über die Grenze bei Lautenburg, einer Stadt, die sowohl einen schweizerischen als auch einen deutschen Teil hat.
Von dort dann über St. Blasien in Richtung Todtmoos auf intensiver Quartierssuche. In Menzenschwand nahe Todtmoos fanden wir den Gasthof Hirschen. Preislich eher im gehobenen Rahmen für den Schwarzwald (85 Euro fürs Doppelzimmer inkl. Frühstücksbuffet), aber die Zimmer, das Essen, die Wirtsleute.....einfach wunderbar und jeden Euro wert.
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Am Sonntag morgen nach leckerem Frühstück packten wir unsere sieben Sachen und drehten noch ein paar Ehrenrunden über kleine Straßen im Quadranten Todtnau, Todtmoos, St. Blasien, Münstertal, fuhren so langsam in Richtung Norden über Schluchsee und Kandel in Richtung Freiamt. Dort noch schnell zu unserem Dealer (mit höchstköstlichem Himbeergeist und div. Obstbränden), zwei Flaschen in die Koffer verpackt und schlussendlich weiter über Schuttertal und Bad Peterstal in Richtung Freudenstadt und heim nach Leonberg.
Rückblickend betrachtet hätten wir uns die Millionärsecke Klosters, Davos und St. Moritz sparen können, dafür länger in der Zentralschweiz unterwegs sein sollen. Aber ein Gutes hat das Ganze dann doch: wir werden baldmöglichst wieder ins Heidiland düsen und uns dann ausschließlich in der Zentralschweiz an Matterhorn & Co. erfreuen.
Für diesmal haben uns unsere Schutzengel mal wieder fast 1500 km bestens behütet, kein Stress auf der Straße, kein Achsbruch beim Motorrad, vielen Dank dafür…
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