Südschwarzwald - Elsass 2004

2004 war wieder mal so ein "Sommer", der sich wettertechnisch hauptsächlich durch makellose Arbeitstage und verregnete Wochenenden auszeichnete. Wir wollten aber unbedingt noch eine große Runde mit unserem Dickschiff drehen und harrten auf ein Wochenende, das laut Meterologen nicht abzusaufen drohte.

Am 1. Oktober sollte es dann soweit sein, eine große Schleife durch den Schwarzwald, über die Schweiz und das Jura und zurück über Elsass und Vogesen nach Stuttgart war geplant und festgelegt. Aber leider: Der 1. Oktober entgegen den Vorraussagen verregnet, auch am Samstag, 2. Oktober in den Morgenstunden noch Schlechtwetter, aber vormittags dann die ersten Sonnenstrahlen. Also schnell die Tour verkürzt, sodass in 1,5 Tagen bis Sonntag abend eine sinnvolle Runde möglich war und los ging es gegen 13 Uhr.


Samstag nachmittag im südlichen Schwarzwald

Abfahrt war aus Ludwigsburg Richtung Leonberg, Pforzheim (natürlich durch das wunderbare Würmtal) und ab dort dann auf der B294 unkompliziert und flott bis Freudenstadt. Über Wolfach und Hausach dann Richtung Gutach und von da an möglichst abseits der Hauptstraßen. Zu unserem großen Glück war äußerst wenig Verkehr auf den Straßen, sodass wir auf den kleinen bis kleinsten Seitenstraßen fast alleine unterwegs waren:

Nach Gutach ging es von Steingrün links ab ins Viereck Hornberg - Elzach - Waldkirch - Furtwangen, teilweise über Wirtschaftsstraßen, vorbei an einsamen Gehöften und unendlichen Schafherden:


Ein kleiner Teil der Schafherde.... Minutenlang alleine durch Wälder unterwegs....und plötzlich eine Lichtung, ein Bauernhof, Schafe....die absolute Idylle.


Weiter ging es über den Kandel, wo wir die Gleitschirmflieger bewunderten, nach St. Peter - St. Märgen Richtung Titisee-Neustadt. Kurz davor bei Hinterzarten dann Richtung Schluchsee und von dort ab zum Feldberg, den höchsten "Gipfel" des Ländles.

Zum Thema Schluchsee: sicherlich eine schöne Ecke, aber doch eher für ruhige und beschauliche Gäste, wir haben uns immer vorgestellt, das wäre der Wörther See des Schwarzwaldes, aber wie gesagt: mehr Kur- als Tanzveranstaltung.

Den Feldberg haben wir gottseidank noch schneefrei gesehen, Tage später sind ja dann schon die ersten Schneeflocken nieder gegangen. Ein touristischer Fixpunkt, für einen Tagesausflug zum Schifahren sicherlich okay, ansonsten durch Skilifte sehr "technisiert".


Uns zog es weiter. Es war mittlerweile spät geworden, die Tage wurden bereits früher dunkel, wir suchten ein Quartier und fanden es im Münstertal/Schwarzwald im Gasthof Kranz, der mit gutbürgerlicher Küche und frisch gezapften Bier lockte.

Was sollen wir sagen, ohne ungerecht zu werden ?? Wir loben hier ja immer wieder die Hinteren Höfe in Freiamt. Und wir loben sie nach diesem Gasthof weiterhin in höchsten Tönen. Die Zimmer im Gasthof Kranz sind staubig, wahrscheinlich, weil schon lange nicht mehr vermietet, die Einrichtung, die Tapeten, das Ambiente: einfach bis primitiv, komplett runtergewohnt, irgendwann aus den 50er-Jahren des vorigen Jahrhunderts. Die Gaststube und die Bedienung: freundlich. Das Essen: erbärmlich. Lassen wir es gut sein. Sucht Euch im Zweifel eine andere Übernachtungsmöglichkeit !!


Egal. Wir waren müde, wir freuten uns auf den nächsten Tag im Elsass und in den Vogesen und wir hatten viele Eindrücke der Fahrt durch den südlichen Schwarzwald im Kopf. Nachfolgend ein paar wenige Bilder, die wir im Schwarzwald fotografiert haben:



Man beachte den Gesichtsausdruck von Karin :-)) Was war da bloß nicht in Ordnung ? Haben wir über das Essen im Gasthaus Kranz gesprochen ?


Der Sonntag auf der Route de Cretes

Sonntag morgen. Sonnenschein. Unglaublich reine Schwarzwaldluft. Lasst uns nicht über das Frühstück reden, sondern über die Fahrt entlang der Route de Cretes, beinahe 150 unglaubliche Kilometer durch ein wunderschönes Stück Frankreich:

Ab Münstertal ging es Richtung Westen über Münsterhalden - Badenweiler - Kandern - Bad Bellingen - Rixheim - Mulhouse - Wittelsheim nach Cernay. Natürlich möglichst abseits der Bundesstraßen bzw. Autobahnen (ist übrigens im Grenzgebiet Deutschland - Frankreich nicht ganz einfach).

In Cernay dann der Startpunkt auf die Route de Cretes: Über Uffholtz auf den Col de Herrenfluh und weiter auf den le Grand Ballon, mit 1424 Metern die höchste Erhebung der Südvogesen (oder ist das noch Elsass) ? Dort dann eine Tasse Kaffee (sprich Cafe) und weiter ging es:


Le Grand Ballon - Einstieg in die Route de Cretes

Le Markstein - Col D'Hahnenbrunnen - Col de la Schlucht - Col du Lauschbach - Col du Bonhomme - Col de Bagenelles - Col de Ht. de Ribeauville - St. Marie aux Mines (unbedingt sehenswert: die Silberminen) - Wisembach - Provencheres sur Faves - dort rechts ab nach Lubine - Climont - Col de la Chabonniere - Champ du Feu- Klingenthal - Obernai.

In Obernai haben wir dann längere Rast gemacht. Eines der typischen liebens- und besuchenswerten Städtchen des Elsass. Da braucht man nicht viel zu beschreiben, da müsst Ihr mal selbst hin.

Eine unglaubliche Strecke, wir haben viel zuwenig geknipst, aber ein paar wenige Bilder gibt es:


La Champ du Feu, und zwei wunderschöne Fachwerkhäuser in Obernai 
Eine prachtvolle gotische Kirche in Obernai, das Lieblingshaus unseres Maskottchens Willi bzw. eine Collage, die wir nicht wirklich verstanden haben.....was sollen bloß die Skier bedeuten ?? 

Friedhöfe

Im Elsass gibt es viele Friedhöfe, die an die traurigen Zeiten des ersten bzw. zweiten Weltkrieges erinnern. Hunderttausende junge Männer, die sinnlos für die Ideale von Wahnsinnigen gefallen sind. Kein weiterer Kommentar, nur wenige Bilder der Trauer:



Oh Schande - Heimfahrt über die Autobahn

Es waren mittlerweile fast 350 km Tagesreise von uns bewältigt. Der Himmel wurde dunkler, die Müdigkeit kam hoch. Kurz und gut: wir beschlossen, trotz unserer Biker-Philosphie,keine Autobahnen zu benutzen, schnellstmöglich nach Ludwigsburg zurück zu kehren.....

Machen wir es kurz: Autobahnauffahrt Straßburg --- Autobahnabfahrt Ludwigsburg-Süd. 180 Kilometer im schnellstmöglichen Tempo....Seitenwind....kein wirkliches Vergnügen....aber schnell und sicher zu Hause angekommen....

Schlusswort: Eine wirklich schöne Runde durch den südlichen Schwarzwald und die Vogesen bzw. das Elsass. 800 km eines wunderbaren Wochenendes. Und vor allem: viele Ziele, die wir wieder ansteuern werden.


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