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Sommerreise 2009
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Wiederholungstäter
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Vor vier Jahren hatten wir schon einmal eine kleine 3000-km-Runde über Stock und Stein (d.h. Alpen, Dolomiten, Norditalien, Österreich) erfolgreich bewältigt. Da waren so viele tolle Eindrücke geblieben, die uns letztendlich gezwungen haben, diese Runde weitestgehend nochmals abzufahren, um all die Orte nochmals zu sehen, die seither in unserer Motorradseele herum geisterten.
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Also ging es am 17. Juni los, geplant bis 30. Juni. Die Eckpunkte waren diesmal die Ostschweiz, dann rüber in die Dolomiten, südlich ins Trentino, wieder nordöstlich Richtung Cortina d'Ampezzo, rein nach Österreich in Osttirol, entlang Südösterreich in Richtung Wien, von dort nach einer Pause von einigen Tagen zurück durch Österreich entlang der slowakischen und tschechischen Grenze hinein in den Bayrischen Wald und irgendwie quer über Regensburg zurück nach Stuttgart.
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Die Wetterprognose lt. www.wetter.com
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Normalerweise eine zuverlässige Quelle der meteorologischen Weisheiten.....also dort dann auch die Prognose abgeholt: die nächsten 14 Tage in unserem Operationsgebiet versprachen zwar nicht hochsommerlich zu werden, aber immerhin sonnig, leicht bis mäßig bewölkt, gelegentliche lokale Gewitter. Also nichts, was einen Motorradtrip fraglich erscheinen ließ.
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Die ganze Wahrheit über das Wetter
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Die Zauberlehrlinge von www.wetter.com hatten leider nicht so wirklich recht. Die Hinreise nach Wien war bis auf eine heftige Gewitterstunde bei Kolfusch im Grödnertal tatsächlich sonnig und trocken, der Aufenthalt in Wien aber geeignet, den Freischwimmerausweis zu machen: Operation Dauerregen, Karin stapfte die meiste Zeit mit ihren neuen bunten Gummistiefeln durch jede Pfütze.....und auch die Rückfahrt entlang der slowakisch/tschechischen Grenze musste von uns mehrheitlich in Regenklamotten gemacht werden.
Aber was solls. Schönwetterfahrer sieht man auf der Straße sowieso zuhauf. Da war wenigstens gewährleistet, dass alle Mopedisten, die ausschließlich bei Sonnenschein fahrtüchtig sind, zuhause blieben...
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Kolfusch im Gewitter - wunderbar !!!
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Neuigkeiten und Besonderheiten
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Um Euch ein Deja-vu-Erlebnis zu ersparen, wollen wir hier nicht erneut eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Orte und Pässe anführen, das könnt Ihr weitestgehend in der Beschreibung der Sommerreise 2005 nachlesen. Wir werden uns hier in der Sommerreise 2009 auf die neuen Erlebnisse konzentrieren, oder die positiven bzw. negativen Höhepunkte herausstreichen.
Damit Ihr mit dem Finger auf der Landkarte trotzdem unsere Runde verfolgen könnt, hier in Kurzform die wichtigsten Eckpunkte der einzelnen Tagestripps. Danach noch wahlfrei einige der schönsten Fotos aus dieser Runde:
1. Tag - Anschleichen an die Schweizer Ostalpen
Stuttgart - Schwäbische Alb - Bodensee - Bregenz - Liechtenstein - Klosters - Davos - Wiesen.
2. Tag - In Richtung unserer Lieblingsstraße im Sarntal (Südtirol)
Wiesen - Albulapass - Julierpass - St. Moritz - Berninapass - Forcola di Livigno (Grenze Italien) - Valle die Livigno - Valle die Vraele - Stilfser Joch - Umbrailpass - Sponding - Schlanders - Naturns - Meran - Passeier Tal - St. Leonhard - Jaufenpass - Sterzing - Penser Joch - Sarntal (Rabenstein).
3. Tag - Zu unserer Stammkneipe im Grödner Tal (Kolfusch)
Rabenstein - Bozen - Mendelpass - Cles - Auer - Richtung Trento bis Lavis - entlang dem Flüßchen Avisio durch das Val di Cembre - Cavalese - Predazzo - Pozza di Fassa - Poidol Pass - Sella Joch - Grödner Joch - Kolfusch (davon ab dem Poidol Pass eine Stunde im apokalyptischen Gewitter mit ungezählten Blitzen, Donnerschlägen und Wolkenbrüchen). Gottseidank dann gesund im Garni Reutlingen in Kolfusch gelandet und dort wie üblich ein herzlicher und erwähnenswerter Abend bei Speis und Trank).
4. Tag - Ins südliche Österreich
Kolfusch - Passo di Campolongo - Col di Lano - Passo di Falzarego - Cortina d'Ampezzo - Tri Croci - Toblach (Grenze Österreich) - Karnische Dolomitenstraße (Lesachtal) - Hermagor - Windische Höhe - Millstätter See (Millstatt) - Seeboden - Gmündtal - Nockalmstraße - Bad Kleinkirchheim - St. Stefan / Radenthein.
5. Tag - Zielpunkt Neufelder See südlich von Wien
St. Stefan - Turracher Höhe - Predlitz - Murau - Judenburg - Knittelfeld - Leoben - Bruck an der Mur - Aflenz - Mariazell - Krumbachsattel - Ochsattel - Rohrer Sattel - Pernitz - Piestingtal - Wiener Neustadt - Neufeld.
6. bis 11. Tag - Regen / Bewölkung in Wien und Neufeld
Abhängen - Heurigenbesuch - Museumbesuch - Shoppen in Wien - Enten beobachten am Neufelder See - Grillen unterm Dach......nervliche und körperliche Erholung :-))
12. Tag - Entlang des ehemaligen eisernen Vorhangs zur CSSR
Neufeld - Wien - Korneuburg - Laa/Thaya - Pregarten - Retz - Eggenburg - Langenlois - Gföhl - Armschlag (Mohnzentrum !!) - Rapottenstein (tolle Burg) - Freistadt - Bad Leonfelden.
13. Tag - Husarenritt nach Stuttgart wegen Schlechtwetter
Bad Leonfelden - Guglwald (Grenze zur Ex-CSSR) - Vyssi Brod - Moldaustausee - Svetli Tomas - Aigen (wieder zurück in Österreich) - Kollerschlag (Grenze zu Deutschland) - Passau - Regenburg (per Autobahn, oh Schande...) - Riedenburg - Altmannstein - Eichstätt - Mühltal - Monheim - Wemding - Nördlingen - Lauchheim - Hüttlingen - Abtsgmünd - Schwäbisch Gmünd - Stuttgart (d.h. insgesamt schlappe 650 km).
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Das Lesachtal
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Da haben wir eigentlich auch schon in unserer Sommerreise 2005 voll Begeisterung darüber geschrieben. Und diese Begeisterung ist auch bei dieser Sommerreise 2009 geblieben. Eine geniale und einsame Straße, eingebettet in wunderbare hügelige Landschaften, begrenzt durch die Osttiroler Alpen. Es ist wie eine Achterbahnfahrt durch eine bunte Ansichtskarte.
Diesmal allerdings stark tiefgekühlt. Mitte Juni und es waren maximal 5 Grad Celsius !!!!
Um überhaupt überleben zu können, musste Dino die Griffheizung des Dickschiffes auf höchste Stufe drehen und nach einer stärkenden Mahlzeit (leckere Knoblauchtaschen (sehr kussfreundlich !!!)) stiegen wir trotz trockenem Wetters in unsere Regenklamotten, weil diese den eisigen Wind abhielten. Na jedenfalls wären wir jetzt darauf trainiert, im Winter auch mal eine Tour zu fahren. Kälter kann es (fast) nicht mehr werden !!!
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Die Nockalmstraße - Höhepunkt der Sommerreise
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Nördlich vom Millstätter See begannen wir so langsam mit unserer Quartiersuche für die Nacht. Es war so gegen 18 Uhr, wir tankten noch einmal und fuhren in Richtung Osten ins Gmündtal. Schmale Straßen, ganz selten einzelne Häuser, praktisch keine Dörfer, geschweige denn Gasthöfe oder Hotels. Tja, und dann standen wir plötzlich vor der Mautschranke zur Nockalmstraße. Es war 18:50 Uhr, kein Mensch mehr zu sehen, die Nockalmstraße laut Schild nur bis 19 Uhr freigegeben. Wir waren also noch rechtzeitig vor Ort !! :-))
Was folgte, war die spektakulärste Stunde unserer Motorradreise 2009 !!! 52 Spitzkehren ging es auf über 2000 m Höhe und wieder runter, mutterseelenalleine, links und rechts Schneefelder, auf und neben der Straße Kühe, Stiere, Kälber, die bereits mit der Nachtruhe gerechnet hatten und nur widerwilligst den Asphalt freigaben. Schritttempo durch Kuhherden....
Auch hier war es ziemlich kalt, aber diese Natureindrücke ließen uns das vergessen. Diese Straße verläuft über ungefähr 50 km und gehört motorradtechnisch betrachtet sicherlich zu den absoluten Feinheiten, die Österreich für Kurven- und Naturfreaks zu bieten hat !!
Anbei ein paar Fotos, die wir dort geschossen haben:
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Mutterseelenalleine auf der Nockalm, rundherum Schnee, kein Mensch in den Hütten anwesend. Es war genial !!!
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Der ehemalige eiserne Vorhang
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Bei der Rückreise machten wir von Bad Leonfelden "rüber" in die ehemalige CSSR zum Moldau-Stausee. Der Grenzstreifen mit einer Breite von ungefähr 10-20 km ist geprägt von dichten unberührten Wäldern, wo ganz schmale Straßen früher für das tschechische Militär gebaut wurden, die aber mittlerweile auch von uns Motorradfahrern gerne genutzt werden, bzw. wo sich bereits einige österreichische Wochenendhausbesitzer zu ihrem frisch erworbenen Schrebergarten im ehemaligen Feindesland aufmachen.
Es ist schon ein sehr eindrückliches Erlebnis, wenn man unseren Wirtschaftswald in Deutschland gewohnt ist, der oftmals in militärischen Reihen ausgerichtet Baum um Baum produziert und dann in fast urwaldähnliche Verhältnisse in diesem ehemaligen Grenzstreifen kommt. Wir mussten die schmalen Straßen teilweise im Schritttempo befahren, wir haben fast keine Leute gesehen, es war ein wenig unheimlich und welteroberisch.....
Auch hier ein paar Fotos zum Genießen:
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Der Abschlusstag - Husarenritt nach Stuttgart
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Nach unserem Kurzbesuch in Tschechien fuhren wir zunächst zurück nach Österreich und von dort in Richtung Bayrischer Wald, wollten uns dort noch einen Tag lang rumtreiben, zum kleinen und großer Arber, Zwiesel, Bodenmais, Furth, Cham, usw.....ganz wunderbare Motorradstrecken.
Das Wetter war außerst durchwachsen. Mal fuhren wir im Regen, mal (fast) im Sonnenschein, hatten aber immer dunkle Wolken in Sichtweite. Die Entscheidung, ob wir Richtung Heimatstadt flüchten sollten war extrem schwierig. Höhe Passau dann das endgültige Startsignal bei einem erneuten Regenschauer: Rauf auf die A3 Richtung Regensburg und heim ins Trockene.
Die 100 km bis Regensburg führten uns dann zurück in die leichte Bewölkung. Das Wetter wurde immer besser, also lautete die neue Devise: Runter von der A3 (Autobahnfahren ist ja sowieso Super-Bääääh für Nicht-Harley-Davidson-Fahrer) und quer übers Land bis Stuttgart. Endlich mal (unter anderem) durch das berühmte Altmühltal - im Übrigen zu recht wegen seiner Schönheit und Ursprünglichkeit angepriesen und weiter entlang möglichst kleiner Straßen in Richtung Schwäbisch Gmünd und die letzten Kilometer auf der B29 (auch das eine Bääääh-Strecke) bis Stuttgart.
Geschafft waren exakt 2900 km. 1 Stunde Unwetter in Kolfusch, 1/2 Tag regnerisches Wetter in Tschechien und im Norden Österreichs, ansonsten eigentlich sehr gutes Motorradwetter: sonnig, nicht zu heiß, trockene Pisten.
Und unsere Schutzengel haben auch perfekt gearbeitet. Vielen Dank dafür !!!!
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